Chronologische Entstehung der Kita Cavertitz

Aufgeschriebene Augenzeugenbefragung und eigene Erlebnisse von Monika Bergs,

Erzieherin (seit 1965) und ehemalige Leiterin (1979-2001) der Einrichtung

 

Das heutige Kita-Gebäude im Schloßhof wurde als Wohngebäude (bis nach 1945) und Arbeitsraum für den Hofgärtner genutzt. Außerdem beherbergte es Stallungen für Pferde und eine Kutschwagenhalle.

Bis Anfang der 80er Jahre wurde die obere Etage auch weiterhin zu Wohnzwecken genutzt und von 2 Familien bewohnt.

Im Untergeschoss wurde, ab ca.1950, ein Doppelraum mit Eingang von heutiger Schulhofseite, als Versammlungsraum des damals neu entstandenen Volksgutes genutzt. 1951 wurde unter der Leitung des damaligen Volksgut-Direktors, Herrn Hermann Lahr, die jetzige Küche mit angrenzendem Raum als Betriebskindergarten errichtet. Die Räume waren einfach, mit Holzdielen, keine Gardinen und nur durch Kohleöfen beheizbar, eingerichtet.

Die heutige Waschküche wurde in den 60er Jahren als Waschstützpunkt für den Ort eingerichtet. Hier gab es die ersten zwei Waschmaschinen des Ortes.

Ende der 50er Jahre konnte der Kindergarten den ehemaligen Versammlungsraum des VEG dazugewinnen. Die Tür von Schulhofseite wurde zugesetzt, nur der obere Bogen blieb als Lichteinfall bestehen. Der Raum wurde später durch eine Zwischenwand geteilt und eine Tür wurde eingesetzt. Ein Teil (heute Essbereich Mäusegruppe) wurde als Standort des Liegenregals gewählt und diente den Kindern zum Austoben oder für Kreisspiele und bei schlechtem Wetter gab es Dia Vorträge (Märchen).

Die heutige Küche war bis Ende der 60er Jahre auch Waschraum für die Kinder. Es gab eine Bank mit drei Schüsseln. Gleichzeitig diente sie als Abwaschraum für das Geschirr. Dafür wurden zwei größere Schüsseln auf die Waschbank gestellt. Außerdem wurde sie als Garderobe genutzt, das Regal dafür befand sich rechts am Eingang.

Die Toiletten befanden sich innen rechts und links vom Eingang. Heute sind dort Besen- und Abstellkammern für Reinigungsmaterialien. Damals musste stets eine Erzieherin mit zur Toilette gehen, da es in Kinderaugen „riesige“ Plumpsklosetts waren.

Bedingt durch die steigende Kinderzahl wurden die beiden hinteren Räume (heute Gruppenzimmer Mäusegruppe) als Gruppenräume eingerichtet und der ehemalige Gruppenraum (zukünftiges Musikzimmer) als Garderobe umfunktioniert. Das Liegenregal blieb an seinem Platz und mittags wurden die Stühle und Tische beiseite geräumt, um die Liegen aufstellen zu können. In den neuen Räumen bekam man transportable Kachelöfen und die Küche bekam später einen Herd zum Kochen von Malzkaffee und der Zubereitung von warmem Wasser.

Die Bindestube des Hofgärtners wurde zum Holzlager umfunktioniert. 1972 wurde aus der Bindestube = dem Holzlager ein Waschraum für die Kinder mit 6 Waschbecken und 3 Toiletten für Kinder und es gab eine Toilette (mit Wasserspülung wohlgemerkt) für die Erwachsenen. Außerdem dachte man an den Notausgang und es wurde eine Treppe angebaut. Die Plumpsklosetts wurden zugesetzt und wurden wie heute als Besen- und Abstellkammer genutzt.

1974 wurde die ehemalige Kutschwagenhalle (bis dahin vom VEG als Traktorengarage genutzt) durch teilweisen Umbau dem Kindergarten als weiterer Raum zur Verfügung gestellt. So war ein dritter Gruppenraum entstanden, der dringend, wegen weiter steigender Kinderzahl, gebraucht wurde.

Der Pferdestall wurde von einem Schuhmacher als Werkstatt benutzt. Die anderen Räume dienten den Bewohnern der oberen Etage als Abstellräume bzw. Kaninchenställe. Als der Schuhmacher auszog, entstanden Werkräume für die damalige POS (polytechnische Oberschule)

Nachdem im Obergeschoss, Mitte der 80er Jahre, die erste Wohnung mit zwei kleinen Zimmern von den Mietern nicht mehr bewohnt wurde, konnte der Kindergarten weitere Räume nutzen. Der vordere Raum (heute Garderobe Spatzengruppe) wurde als Waschraum mit zwei Waschbecken, Garderobe und Liegenregalstellfläche genutzt. Der zweite Raum war Gruppen- und Schlafraum.

Im Erdgeschoss teilte ein Schrank den Gruppenraum um auch den Erzieherinnen Platz zu schaffen und den Schreibtisch der Leiterin vom Spielbereich der Kinder abzutrennen. Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre wurden die Fußböden mit Belag versehen und neue Fenster eingesetzt.

Auch wurde Mitte der 70er Jahre wurde die Tür des ersten Gruppenraumes entfernt und die Wände herausgenommen, so dass ein großer Raum entstand (heute Mäusegruppe) Ende der 70er Jahre wurde sie wieder eingebaut und die rechte Wand mit einer Spanplatte versehen, wo ein Bücherregal für die Kinder entstand.

Bis 1976 nutzten die Kinder die Turnhalle in der Schule, ab 1977 ging es dann in die neu entstandene Turnhalle am Ortsausgang von Cavertitz in Richtung Treptitz.

Mitte der 80er konnte der Kindergarten durch freiwerdende Stallungen wieder einen kleinen Raum für den hinteren Gruppenraum (heute Teil der Käfergruppe) im Erdgeschoss erhalten. Er wurde als Lagerraum für Material, Bettwäsche, Handtücher und Liegenregale genutzt. Zudem wurde zu dieser Zeit der gesamte Kindergarten mit neuen Gardinen ausgestattet.

Im Außenbereich erfolgte Anfang der 80er Jahre ein Durchbruch der Umgrenzungsmauer als eigener Eingang zum Kindergarten und der Treppenaufgang zum Haus wurde geändert. Der Giebel am Eingang wurde Mitte der 80er Jahre neu verputzt, da Einsturzgefahr bestand bzw. der gesamte Putz von der Wand fiel.

Auch die Mauer um den Spielplatz wurde von den Eltern in Arbeitseinsätzen zu dieser Zeit neu aufgebaut und verputzt.

1993 konnte der Kindergarten durch Wegzug des ehemaligen Hausmeisters, Herrn Naumann, im Obergeschoss weitere Räume dazugewinnen.

Die Kinderkrippe von Cavertitz musste ihr damaliges Domizil aufgeben und bezog die freigewordene renovierte Wohnung. Da die Krippe weniger Kinder betreute nutzte der Kindergarten dann einen Raum mit. (ehemalige Küche der Krippe)

1996 wurde auch der Hort in den Kindergarten integriert. Die Hortkinder der ersten Klasse bekamen einen großen Raum.

Die beiden kleinen Räume wurden als Leiterinnen-, Wäsche-, und Materialzimmer genutzt. Anfang der 90er erfolgte die Sanierung im Innenbereich des Hauses (Sanitärtrakt – Waschraum unten, Dusche und Fließen an Wand und Fußboden und es gab neue Toiletten) Ebenso wurde der Treppenaufgang zur ersten Etage erneuert. Nach der Dachsanierung und der Pflasterung des Hofes wurde Mitte der 90er Jahre die Außensanierung vorgenommen. Es gab neue Fenster und neue Haustüren und einen ansprechenden Putz.

 

Bis 1979 war Frau Lehmann Leiterin des Kindergartens und Frau Küster bis 1994 Leiterin der Kinderkrippe.

Ab 1979 übernahm Frau Bergs den Kindergarten und wurde 1994 Leiterin beider Kindereinrichtungen, die sich seit 1993 in einem Haus befanden.

 

DANKE!!!

Liebe Monika Bergs, herzlichen Dank für Deine Bemühungen, uns die Geschichte des Kindergartens zu verdeutlichen. Es ist sehr interessant so eine Reise in die Vergangenheit unternehmen zu können…